fan-werden-bei-facebook

Suchen & Finden

signet_nationalpreis
Gefahrgutunfall beschäftigt die Jugendfeuerwehr

Bei  der Jahreshauptübung der Jugendfeuerwehr Heidelberg zeigt sich die hohe Qualität der Ausbildung – trotz außergewöhnlichem Übungsszenario.

[jr] Am Samstag, den 12. Oktober bewies die Jugendfeuerwehr Heidelberg im Rahmen einer gemeinsamen Jahreshauptübung, dass sie auch für außergewöhnliche Aufgaben gut gewappnet ist. Bei zwei parallel ablaufenden Schadensszenarien widmeten sich die jungen Brandschützer dem Thema Gefahrgut und Menschenrettung.

Zu  dem Parkplatz der Firma Prominent in Heidelberg-Wieblingen wurden rund 60 Jugendliche in zehn Feuerwehrfahrzeugen alarmiert, um bei einem schweren Verkehrsunfall und einem Transportunfall eines LKWs Hilfe zu leisten. In beiden Fällen wurde dabei vom Austritt eines brennbaren Gefahrgutes ausgegangen.

„Einmal pro Jahr veranstalten die Jungen und Mädchen aller Heidelberger Jugendfeuerwehrgruppen eine gemeinsame Übung“, erläutert der Stadtjugendfeuerwehrwart Michael Morano den Hintergrund des ablaufenden Spektakels. Auf eigenen Wunsch der Jugendlichen wurde in diesem Jahr jedoch auf die typische Brandbekämpfung verzichtet und das Thema Gefahrgutunfall in den Fokus gestellt.

Blau gefärbtes Wasser stellt einen brennbaren gefährlichen Stoff dar, der aus mehreren großen Kanistern eines LKWs tropft. An einer anderen Stelle ist ein Kleinbus in einen LKW gerast, der ebenfalls mit diesem Stoff beladen ist. Mehrere Personen sind verletzt, blutende Wunden sind zu sehen. „Die Menschenrettung steht jetzt an erster Stelle“, kommentiert Tobias Schwarz, stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart,  die Maßnahmen der Jugendlichen, die kurz zuvor mit Blaulicht und Martinhorn auf dem Übungsplatz eingetroffen sind. Gerettet werden zehn junge Verletztendarsteller, die vorab durch einen Mim-Trupp mit realistisch wirkenden Verletzungen geschminkt wurden. Nach der Rettung und Erstversorgung der Verletzten gilt es, durch einen Wasser- und Löschschaumeinsatz einen möglichen Brand zu verhindern. „Hier geht die Eigensicherung vor“, erläutert Schwarz die Priorität der abzuarbeitenden Maßnahmen. Erst jetzt kann damit begonnen werden, unter Zuhilfenahme verschiedener Ausrüstungsgegenstände, den Flüssigkeitsaustritt zu stoppen, ausgelaufene Flüssigkeit aufzunehmen und beschädigte Behältnisse umzupumpen. Alle Einsatzkräfte der Jugendfeuerwehr, die mit diesen Aufgaben betraut sind tragen zusätzliche weiße Schutzanzüge. „Die Anzüge simulieren die Sonderausrüstung, die im Realfall getragen werden muss“, erklärt Schwarz das Bild.

Über 1.000 Liter der gefährlichen Flüssigkeit können aufgenommen und eine größere Umweltverschmutzung hierdurch verhindert werden. Nach etwa einer Stunde können die Abschnittsleiter der beiden Einsatzstellen das Ende der Maßnahmen kommunizieren. Hierfür kommen, wie bei echten Einsätzen Funkgeräte zum Einsatz, mit denen die Jugendlichen auch während der Übung ständig Kontakt zueinander gehalten hatten.

Nach dem Rückbau und der Reinigung der eingesetzten Gerätschaften findet dann im Gerätehaus der Abteilung Wieblingen die Abschlussbesprechung statt. Dabei zeigen sich sowohl Michael Morano als auch Holger Schlechter, der stellvertretende Leiter der Heidelberger Feuerwehr, begeistert von der gezeigten Leistung der Jugendlichen. „Wir müssen uns um die Qualität des Nachwuchses bei der Feuerwehr keine Sorge machen“, fasst auch der anwesende Stadtrat Michael Michalski die Arbeit der Übungsteilnehmer zusammen, die zur Belohnung mit erfrischenden Getränken und frisch gebratenen Hamburgern durch das Küchenteam der Heidelberger Jugendfeuerwehr verköstigt werden.

Interessenten können sich über weitere Aktivitäten der Jugendfeuerwehr sowie über alle Hintergründe zu Übungsabenden und einer Mitgliedschaft auf www.jugendfeuerwehr-heidelberg.de informieren.

 

 

[Bilder: Maxime Marschik; Manuel Müller]